schwedisches Gesundheitswesen

Es ist nicht alles Gold...ähh Faluröd, es gibt auch kritische Anmerkungen zu Schweden. Hier hinein damit!

schwedisches Gesundheitswesen

Beitragvon smalandskusten am Di 19. Mai 2009, 16:13

Hej!

Akut finde ich das schwedische Gesundheitswesen sehr schlecht. Seit Ende März habe ich starke Schwmerzen, Ischias. Die schwedische Behandlungsmethode scheint völlig von der deutschen abzuweichen, hier wird erst einmal gar nichts gegen die Ursachen gemacht, es werden einfach immer stärkere Schwmerzmittel verschrieben, klar auch mit Nebenwirkungen, gerne wird Tamadol in hohen Dosen verabreicht, dazu das schwedische Allerweltsheilmittel Panodil. Dann heißt es abwarten und auf Krankengymnastik setzen, leider gibt´s dafür nach 8 Wochen noch keinen Termin.
Jetzt reicht´s mir, ich fahre nach Deutschland, dort wird anders behandelt, erst einmal die Ursachen beseitigen, sprich die Entzündung heilen, dann therapieren. Scheint mir mitlerweile besser.
Hoffentlich hilft´s.

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Re: schwedisches Gesundheitswesen

Beitragvon Lodjur am Di 19. Mai 2009, 21:14

Da kann ich dir leider nur Recht geben. (Auch wenn ich nicht in Schweden leben)

Aber - beeil dich!

Das geht hier auch nicht mehr lange gut, dann sieht es wohl bald aus wie in Schweden.
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Re: schwedisches Gesundheitswesen

Beitragvon Hanjo am Mi 20. Mai 2009, 17:46

Lodjur hat geschrieben:Da kann ich dir leider nur Recht geben. . .

Hej Björn,
ich kann Dir nicht zustimmen - mir wurden erst kürzlich (07. April 2009) gegen starke Rückenschmerzen vom linken Nackenbereich bis zum Po vom schwedischen Arzt nicht nur muskelentspannende Spritzen gesetzt (gequaddelt), sondern auch Stesolid (muskelentspannendes Medikament) und Dexofen (starkes Schmerzmittel) verschrieben - nichts anderes erhielt ich damals in D als Privatpatient und hat mir auch jetzt wieder geholfen. Und mit dem eingeklemmten Ischiasnerv bin ich - etwa 2 Monate vorher - bei einem privaten Behandler gewesen, der mir in 2 Sitzungen den Nerv wieder freilegte und ich schmerzfrei war - hat mich 2 x 300:- SEK gekostet.

Es liegt wohl an dem Län, in dem man lebt und das ja für die Gesundheitsfürsorge seiner Mitbürger verantwortlich ist - und ich kann immer wieder nur feststellen, dass Kalmar Län wohl in dieser Hinsicht zu den besseren Läns gehört.

Ich denke daher, es liegt nicht am schwedischen Gesundheitssystem insgesamt (auch wenn auch hier, wie überall, Fehler vorkommen), sondern an der Einstellung der Ärzte in den einzelnen Läns, ggf. an deren Vorgesetzte in der Verwaltung.

Gute Besserung wünscht
Hanjo
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Re: schwedisches Gesundheitswesen

Beitragvon smalandskusten am Mi 20. Mai 2009, 21:58

Hanjo hat geschrieben:
Lodjur hat geschrieben:Da kann ich dir leider nur Recht geben. . .

..
Es liegt wohl an dem Län, in dem man lebt und das ja für die Gesundheitsfürsorge seiner Mitbürger verantwortlich ist - und ich kann immer wieder nur feststellen, dass Kalmar Län wohl in dieser Hinsicht zu den besseren Läns gehört.

Ich denke daher, es liegt nicht am schwedischen Gesundheitssystem insgesamt (auch wenn auch hier, wie überall, Fehler vorkommen), sondern an der Einstellung der Ärzte in den einzelnen Läns, ggf. an deren Vorgesetzte in der Verwaltung.

Gute Besserung wünscht
Hanjo


Hej Hanjo!

Es ist das gleiche Län und mittlerweile waren es drei verschiedene Ärzte, der erste verschrieb Kodein und Panodil und meinte man müsse einfach warten, der zweite verschrieb Tramadol und Panodil und weil natürlich nichts geschah hinsichsichtlich Ursachenbeseitigung (Ischias) gingen die Schmerzen nicht weg, einen neuen Termin, versprochen in der letzten Woche konnte mir die Vårdcentral dann nicht geben ( Aushalten, Zähne zusammenbeißen und in 10 Tagen kannst du einen Termin haben)
Ich ging Montag zu Akutmottagning, die erst sehr unfreundlich waren (Warum wartest du nicht auf einen Termin bei Vårdcentral) aber nach Wachwechsel und neuen Personal bin ich dann nach nur 6 Stunden doch noch behandelt worden, das Wartezimmer war übrigens zwischenzeitlich mehrfach ganz lehr, der dritte Arzt spielte wieder die gleiche Platte, stärkeres Schmerzmittel DOLOXENE und oh Wunder Panodil, das schwedische Allheilmittel.
Ausprobiert, Schmerzen immer noch da bzw. kampfunfähig betäubt bei DOLOXENE hab ich gegoogelt, Voltaren gekauft, es geht mir besser, fast keine Schmerzen. Nächste Woche fahre ich als Schwede nach D, um mir die von Dir beschriebene Therapie privat zu holen, in meinen Heimatland wird sie mir verweigert. OBS! es ist übrigens wie bei Dir Kalmar Län.

Ich finde es auch merkwürdig, dass bei einem Bekannten, bei dem Prostatakrebs diagnostiziert wurde mehr als 6 Monaten vergingen bis mit einer Therapie begonnen wurde. Es tut mir wirklich Leid, aber unser ehemals gutes Gesundheitswesen ist am Ende, wir fahren für Operationen nach Deutschland, für die Zahnbehandlung nach Polen, Krankentourismus scheint eine neue Branche zu werden.

Milliarden für betrügerische Banker, kein Geld mehr für uns einfache Schweden.

hej då

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Re: schwedisches Gesundheitswesen

Beitragvon smalandskusten am Do 21. Mai 2009, 13:56

Zur Frage Gesundheitwesen habe ich noch folgendes in VÄSTERVIKS TIDNING online gefunden:

Ab dem 1.8. sollen weitere Dienstleistungen des Gesundheitswesens in Kalmar Län teurer werden, es sollen 50 bis 70 Millione Kronen eingespart werden, besser gesagt auf den Patienten abgewälzt werden. Im Einzelnen:

Besuch Akutmottagning nachts und am Wochenende: 300 auf 400 SEK + 33,33%
Eigenbeteiligung Überprüfung Hörgeräte 800 auf 1200 SEK +33,33%
Eigenbeteiligung Mamographie 100 aud 150 SEK +50%
Gleichzeitig soll eine Eigenbeteiligung bei Prostatauntersucheung in gleicher Höhe eingerichtet werden!
Besuch beim Distriktarzt von 150 auf 200 SEK
Weitere Leistung werden ebenfalls wahrscheinlich kostenpflichtig.

Und da regen sich die Leute in D über Einmalzahlungen im Quartal auf, wir zahlen jedesmal, jedenfalls bis zur Höchstgrenze.

LG

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Re: schwedisches Gesundheitswesen

Beitragvon Hanjo am Fr 22. Mai 2009, 13:38

Hej Björn,
ich möchte mich nun nicht wieder einmal über das schwedische Gesundheitssyste streiten, sondern - wie immer bei diesem Thema - meine bis heute - und ich hoffe das bleibt so - sehr positiven Erfahrungen kundtun.

Dass auch hierzulande die Preise angeglichen werden (müssen) ist ja nichts Neues - das haben wir - ebenfalls als schwedische Staatsbürger - schon mehrmals miterlebt, ist ja leider ein normaler Vorgang, denke ich - nicht nur in Schweden. Und dass es hier wie in jedem Land neben guten auch schlecht arbeitende Ärzte, Mechaniker, Tischler, Klempner usw. gibt, ist ebenfalls nicht zu verhindern.

Konkret spreche ich von unserer Vårdcentrale in Mörlunda (dort praktiziert inzwischen auch ein deutscher Arzt), wenngleich auch Freunde von dieser ebenfalls das eine oder andere Nachteilige berichten. Für mich war es anfangs (vor ca. 6 Jahren) das Problem, an den weißbekittelten Damen vorbeizukommen, sprich überhaupt einen Termin beim Läkare zu erhalten. Das hatte sich relativ schnell erledigt, als ich meine Arzttermine per E-Mail über das Län "erbeten" habe :D . Geholfen hat mir dabei wohl auch, dass ich meine Beschwerden jedes Mal gut und sehr eindringlich beschreiben konnte ;) .

Was Deine Ischias-Schmerzen betrifft, so kann ich Dir den Leg. Sjukgymnast und Ergonom R.P. Raymand in Hultsfred empfehlen. Mir hat er schnell und unkompliziert geholfen. Einzelheiten gern per E-Mail.

Alles Gute wünscht Dir
Hanjo
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